Schon damals stand das Automobil als Symbol für eine wachsende Mobilität und prägte das Straßenbild. Mit dem Plan, die wachsenden Verkehrsverwaltungen mit praxisgerechten behördlichen Formularen und Broschüren zu unterstützen, wurden die Grundsteine für eine Unternehmensgeschichte gelegt, die am 13. September 1935 mit der Gründung des Verlags Heinrich Vogel ihren Anfang nahm. Die Produkte lieferte Heinrich Vogel höchstpersönlich aus - anfangs mit dem Fahrrad und später mit dem Motorrad. Schnell entwickelte sich die Ursprungsidee zu einer Erfolgsgeschichte. Parallel dazu entwickelte der Verlag weitere Titel und Konzepte rund um die Themen Verkehr und Logistik, womit Stück für Stück das Gesamtwerk aufgebaut wurde, das man bis heute mit dem Namen Heinrich Vogel verbindet.

Wenige Jahre nach der Verlagsgründung vertreibt das Münchner Unternehmen auch Lehr- und Unterrichtsmaterialien für Fahrschulen. Diese dienen mit Beginn des Zweiten Weltkrieges auch der Wehrmacht zur Ausbildung der Kraftfahrtruppen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg baut Heinrich Vogel seinen Verlag wieder auf und arbeitet zuerst wieder mit Formularen - diesmal für die amerikanische Militärregierung. Vor allem geht es um Vordrucke für Lizenzen und Genehmigungen, die deutsche Unternehmen von den Amerikanern erhalten. Auch im Transportbereich werden viele solcher Genehmigungen erteilt. Da sich die Vorschriften im Verkehrswesen aber ständig ändern, erkennt Heinrich Vogel den Bedarf eines Informationsmediums. Das ist die Geburtsstunde der VerkehrsRundschau am 1. Oktober 1946 - die erste Fachzeitschrift zum Thema motorisierter Straßenverkehr im gesamten Bundesgebiet und die erste Nachkriegsfachzeitschrift in Bayern überhaupt.

Die Nachkriegsära des Verlags Heinrich Vogel ist die Zeit der Gründungen: Knapp vier Jahre nach der VerkehrsRundschau bring der Verleger mit der OMNIBUSREVUE und der Fahrschule weitere, bis zum heutigen Tag führende Zeitschriftentitel auf den Markt. Im Jahr 1955 wird die Zeitschrift verkehrsdienst ins Leben gerufen, die bis heute über Urteile und Rechtspraxis im Straßenverkehr informiert.

Heinrich Vogel ist in den Nachkriegsjahren aber nicht nur mit dem Aufbau seines Verlags beschäftigt. Der 40-jährige Verleger engagiert sich intensiv für das Thema Verkehrssicherheit. Er organisiert in München unter den Titeln "Der Tod reitet durch die Stadt" oder "Unfallfreie Ostern" aufsehenerregende Kundgebungen, die die Bevölkerung für die Gefahren des motorisierten Straßenverkehrs sensibilisieren sollen. Heinrich Vogel gründet in Bayern 1950 die Landesverkehrswacht und initiiert maßgeblich den Aufbau eines Schülerlotsendienstes.

Gut zwanzig Jahre nach dem Start des Heinrich Vogel Verlags beginnt in München eine vergleichbare Erfolgsgeschichte. 1954 stellen sich Herbert Bartsch und Dr. Max Haug mit einer Fachzeitschrift der Herausforderung, die betriebswirtschaftlichen und insbesondere die steuerlichen Probleme des Kfz-Handels und -Handwerks aufzuarbeiten. Das von dem Wirtschaftsprüfer und dem Steuerberater ins Leben gerufene Medium Geschäfts- und Steuerpraxis gewinnt schnell an Abonnenten und Bedeutung. Die jahrelange Erfahrung von Herbert Bartsch im Fachverlagswesen als Fachprüfer und Verlagsleiter kommen der neuen Zeitung ebenso zugute wie die steuerlichen Fachkenntnisse von Dr. Max Haug. Schon in den ersten Jahren wird deutlich, dass man den Lesern ein breiteres Angebot an Informationen bieten muss. 1957 entsteht so aus der "Geschäfts- und Steuerpraxis" die Zeitschrift Autohaus, die noch im gleichen Jahr zum offiziellen Organ des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes e. V. (ZDK) avanciert.

Anfang der siebziger Jahre gehört der Verlag Heinrich Vogel mit seinen 200 Mitarbeitern und zwölf Millionen Mark Umsatz zu den führenden Verkehrs- und Transportverlagen in Deutschland. Der 61-jährige Verleger Heinrich Vogel sieht die Zukunft seines Verlags und Lebenswerks beim stark expandierenden Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann. Heinrich Vogel verkauft mit Wirkung zum 1. Januar 1970 sein Unternehmen an Bertelsmann-Chef Reinhard Mohn. Nur ein halbes Jahr später verstirbt der Unternehmensgründer in München am 15. Juni 1970 im Alter von 62 Jahren unerwartet an einem Herzversagen.

Mit zahlreichen Fachzeitschriften wie VerkehrsRundschau, Gefahr/gut, TruckMarket, verkehrsdienst, OMNIBUSREVUE, BUSFahrer, Fahrschule, Fahrlehrerbrief und TAXI werden bis heute wichtige und zielgenaue Orientierungshilfen für den Güterverkehr, den Personenverkehr, die Touristik und für die Logistikbranche geboten.

Im Bereich Verkehrserziehung umfasst das Spektrum maßgeschneiderte Lern- und Lehrmittel für Eltern, Kindergärten, Schulungen, Erwachsene und Senioren. Darüber hinaus bietet der Verlag als Komplettanbieter alle Produkte, die eine Fahrschule für den Ausbildungsbetrieb benötigt - vom Formular und Verwaltungsprogramm bis zum Dachschild. Lernmaterialien in zahlreichen Fremdsprachen und das Prüfungstraining auf www.fahren-lernen.de komplettieren das Angebot.

Die nun folgende, über drei Jahrzehnte andauernde Bertelsmann-Ära ist geprägt von einer starken Expansionsphase. Der Verlag Heinrich Vogel steigt Anfang der siebziger Jahre bundesweit in die Herstellung und den Vertrieb eigener Fahrschulmaterialien ein und erarbeitet sich eine marktführende Position. Das bekannteste Produkt sind die Prüfungsbögen für Fahrschüler. Im Jahr 2010 übt mindestens jeder zweite Führerscheinprüfling auf den Bögen aus dem Hause Heinrich Vogel.

In den achtziger Jahren beginnt der Verlag Heinrich Vogel außerdem mit der Produktion von Video-Lehrfilmen für Fahrschulen.

Die neunziger Jahre stehen im Zeichen der Unternehmenserweiterung. Nach der Wiedervereinigung werden alle Marken und Produkte in den neuen Bundesländern eingeführt. Außerdem expandiert der Verlag Heinrich Vogel mit dem Fahrschulgeschäft ins Ausland. In der Schweiz wird unter den Namen Heinrich Vogel ein Verlag gegründet. Weitere Unternehmenszukäufe erfolgen in Spanien (Etrasa), Frankreich (Codes Rousseau) und später in Österreich (Hubert Ebner Verlag). Im Jahr 1993 wird außerdem die Zeitschrift Gefahr/gut gegründet und fünf Jahre später kauft der Verlag Heinrich Vogel die 1979 gegründete Fernfahrerzeitschrift TRUCKER vom Bremer Verlag TV Trucker.

1995 verkauft Herbert Bartsch den Verlag an die Bertelsmann Fachinformation GmbH, die in den Folgejahren das Portfolio weiter ausbaut. 1995 erscheint die erste Ausgabe der Autoflotte. Erstmals wendet sich damit ein Fachmagazin an die wachsende Zielgruppe der Flottenmanager. Nur zwei Jahre später folgt mit AUTO SERVICE PRAXIS eine Fachzeitschrift für den Werkstattbereich. Mit dem Redaktionskonzept und der redaktionellen Qualität werden Maßstäbe gesetzt. Mehrfach werden Redakteure der AUTO SERVICE PRAXIS bei dem Fachjournalistenwettbewerb "Wort & Werkstatt" ausgezeichnet.

Heute umfasst das Medienspektrum neben vier Fachtiteln verschiedene Online-Portale, Informationsplattformen, einen eigenen WebTV-Bereich, Audio-CDs sowie weitere multimediale Angebote. Jüngstes Kind des Verlags ist die 2006 gegründete Zeitschrift GW-Trends, die sich auf die Besonderheiten des Gebrauchtwagengeschäftes konzentriert.

Im Zuge des Verkaufs von BertelsmannSpringer an die Investoren Cinven und Candover werden die beiden Münchner Fachverlage 2003 Teil von Springer Science+Business Media.

2005 verschmelzen die beiden inzwischen an einen Standort zusammengezogenen Verlage zur Springer Transport Media GmbH. Ergebnis ist ein doppelt schlagkräftiges Verlagshaus, dessen zahlreiche Fachpublikationen für einen qualifizierten Journalismus rund um die Kfz- und Nfz-Branche stehen.

2010 verkaufen die Investoren Cinven und Candover Springer Science+Business Media an die Finanzinvestoren EQT und GIT. Die Struktur des Vorstands und des Executive Boards bleibt bestehen. In diesem Zuge werden die B2B-Aktivitäten von Springer unter einer Marke zusammengefasst: Springer Fachmedien. Hierzu gehören die Aktivitäten am Standort Wiesbaden mit den Verlagsmarken Gabler, Vieweg, Westdeutscher Verlag und die Aktivitäten am Standort München mit Springer Medizin und den Verlagsmarken Verlag Heinrich Vogel und Springer Automotive Media. Somit firmiert der Verlag Heinrich Vogel seit Februar 2010 unter Springer Fachmedien München GmbH.